|
Die geschichtliche Entwicklung der Gemeinde
Zwei Gewässer und ihre Täler prägen Landschaft und Entwicklung von Altdorf. Es ist zum einen das breite Isartal mit seiner nördlichen Terrassenlandschaft, sowie das schmale Pfettrachtal, das sich nach Westen hin zieht. Mehrere Eiszeiten haben diesen Landstrich entstehen lassen, der von altsteinzeitlichen Jäger- und Sammlerfamilien in jahreszeitlichem Turnus besucht wurde. Von ihren Zelten oder Feuerstellen ist bisher noch nichts entdeckt worden, da sich diese unter nacheiszeitlichen meterdicken Lößablagerungen befinden, die seit ihrer Entstehung vor 8000 Jahren die Grundlage für immer noch fruchtbare Böden legten.
Vor 7600 erreichten die ersten vorwiegend von der Landwirtschaft lebenden jungsteinzeitlichen Bauernfamilien das Isartal. Auf einer leichten Lößterrasse nahe dem Bach Pfettrach errichteten sie das älteste bisher im Landkreis entdeckte Bauernhaus. Die von uns „Linienbandkeramiker“ genannten Bauern begannen die das Land dominierenden dichten Laubwälder zu roden und legten auf den bewuchsfreien Gebieten kleine Felder an
Die günstige Lage veranlasste auch in den nachfolgenden Jahrtausenden immer wieder landsuchende Siedler sich hier niederzulassen. Die über viertausendjährige Jungsteinzeit hat anhand von Siedlungsresten oder Grabfunden den Beweis der Anwesenheit von vielen Völkern erbracht.
Zu Beginn der Bronzezeit um das 2. Jahrtausend v. Chr. gab es ein weitläufiges Dorf, das sich von der Frauenkirche bis Aich hinzog.
Um 1250 v. Chr. veränderten sich die Gebräuche, die Urnenfelderkultur ist vorherrschend, im Ortsteil Römerfeld stand die Werkstatt eines Bronzeschmieds.
Vor 2500 Jahren verändert die Eisenzeit das alltägliche Leben. Messer, Schwerter, Kessel, Bratenspieße und vieles mehr zeugt vom Erfindungsreichtum der Kelten. Nahe am Isarhang errichten sie eine rund 100 m x 100 m große Viereckschanze, sie könnte Marktplatz, Versammlungsort, Sportstadion, Dorfzentrum oder Platz für kultische Veranstaltungen gewesen sein.
Um 400 v. Chr. räumen die Altdorfer Kelten ihre Häuser aus, brennen sie nieder und ziehen gen Süden, einige Familien kamen 200 Jahre später in ihre ehemalige Heimat zurück.
Einschneidend war um Christi Geburt die Landnahme durch das römische Militär. Aus dem Altdorfer Kleinfeld und aus Eugenbach sind römische Gutshäuser „villae rusticae“ bekannt, in Eugenbach fanden Archäologen auch Überreste einer Töpferei.
Um 650 n Chr. nach dem Abzug der Römer und nach der Völkerwanderung war der Stamm der Bajuwaren entstanden.
Benediktinermönche brachten der hiesigen Bevölkerung den neuen christlichen Glauben, der nur sehr zögerlich und unter Druck der Herrschenden angenommen wurde. In Altdorf-Kleinfeld, Altdorf-Aich und in Pfettrach-Höfen entstanden Ansiedlungen und erste Friedhöfe, deren reiche Grabbeigaben vom Wohlstand der ersten Christen im Pfettrachtal zeugen. In Pfettrach-Höfen kamen bei Grabungen nämlich Brunnen und Öfen aus der Bajuwarenzeit ans Licht (7. Jh. bis 11. Jh.).
Im 10. Jahrhundert hat damals die Pfettracher Bevölkerung am Abensberg eine riesige befestigte Schutz- und Rückzugsanlage errichtet, die heute „Ungarnrefugium“ genannt wird.
Von der westlichen Eugenbacher Burgwand, früher zur Burgkapelle gehörend und heute die Westseite der St. Georgs-Kirche, ist noch ein großer Teil des dekorativen Mauerwerks erhalten, das aus „Isarbummerln“ (großen Isarkieseln) gemauert wurde, das einzige in Süddeutschland bekannte Mauerwerk aus dem 10. Jh.
Die Eugenbacher Burganlage, die Oswaldburg in Altdorf und alle weiteren Burgen im Isartal musste um den Beginn des 13. Jahrhunderts „ wegen des Ausbaus der Burg Trausnitz und Gründung der Stadt Landshut“ auf Geheiß des Herzogs verlassen werden.
Hierfinden Sie die ausführliche Geschichte “Der Gemeinde Altdorf”
Monika Weigl 31.7.09
|