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Familiensonntag in der Steinzeit
Zahlreiche Besucher kamen zum Museumssonntag ins Adlhochhaus

Am Familiensonntag im Altdorfer Museum war es einmal ganz anders als sonst üblich. Nicht Mama und Papa haben dem Sohn und der Tochter gesagt, "wie" man "was" macht, sondern genau umgekehrt. Sohn und Tochter zeigten den EItern, wie man eine Feuersteinpfeilspitze retuschiert und, dass es echt mühsam war, als sie mit der Schulklasse hier waren und eine Perlmuttscheibe rund schleifen und durchbohren mussten.

SteinzeitsonntagGeduld und Ausdauer, sowie vorsichtiges Handhaben mit den in unserer Zeit nicht mehr üblichen Materialien waren gefragt. Zweiter Bürgermeister Helmut Maier begrüßte sieben Museumsmitarbeiterinnen und Helfer, die diesen Familiensonntag möglich gemacht haben und freute sich über den großen Andrang, der mit der Öffnung um 14 Uhr einsetzte. Wie erwartet kamen viele Mamas und Papas mit ihrem Nachwuchs ins Museum. Auch Tanten mit ihren Nichten und Neffen und Omas mit ihren Enkeln wollten ursprünglich nur etwas den anderen Besuchern zuschauen, bald aber fingen sie selber an eifrig etwas zu schleifen oder sägen.

Ganz mutige Buben trauten sich sogar einen Lendenschurz und Lederhemd anzuziehen uns sich mit Pfeil und Bogen bewaffnet fotografieren zu lassen. Wer Hunger verspürte konnte sich einen Dinkelfladen backen oder ein Getreide-ObstMüsli zubereiten. Gegessen wurde es stilecht mit Holzlöffeln aus einem Keramiktopf, für den Durst gabs Gänsewein.

Im Keller mit den zahlreichen archäologischen Funden fanden sich die kleinen und großen Besucher zu zwei Kinderführungen ein und ließen sich von Museumsleiterin Monika Weigl interessantes über die 4000 Jahre dauernde Jungsteinzeit zeigen.

So gab es scharfe Messer aus Feuerstein zu bestaunen, Steinbeile mit denen man echt einen Baum fällen könnte, die Herstellung vom Steinzeitkleber Birkenpech wurde erläutert. Und was alle am meisten interessierte, die Zutaten die man braucht um Feuer zu entfachen, konnten getestet werden.

Regierungsvizepräsidentin Monika Weinl kam überraschend auch auf Besuch ins Museum und freute sich, dass so viele Besucher zum Ausprobieren ihrer Steinzeitqualitäten gekommen waren. Das sonnige Wetter ließ es zu die Schleifsteine und die schweren Steinbohrmaschinen in den Garten zu stellen und so hörte man es schon von weitem Rumpeln und Knirschen.

Von diesen durchbohrten Steinhämmern, den Werkzeugen von Zimmerern vor 7000 Jahren, hat man viele Bruchstücke in den Äckern im Pfettrachtal gefunden. Gemeinderat Georg Nirschl fasste es zusammen mit seiner Aussage: "Oft war ich hier schon bei Führungen dabei, aber trotzdem höre ich jedesmal etwas Neues über die reiche Geschichte von Altdorf. "
LZ v. 04.09.2009