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Bedeutende Keramiker im Kröning Vortrag von Lambert Grasmann beim Historischen Forum
Das Historische Forum hat sich diesmal der Regionalgeschichte gewidmet, Museumsleiter Lambert Grasmann sprach über die Kröninger Hafner, ihre Produkte und die museale Präsentation. Lambert Grasmann ist der profundeste Kenner der Kröninger Keramikwaren, von denen Massenprodukte und Raritäten im Vilsbiburger Heimatmuseum zu sehen sind. Riesige Wassertöpfe stehen dort neben feinster Keramik, Tassen neben Pfeifenköpfen oder Dampfnudelschüsseln.
Der Kröning ist eine Gegend im Dreieck der Städte Landshut- Vilsbiburg-Dingolfing, das schon im 13. Jahrhundert so benannt war. Es heißt: der oder die Kröning oder "auf dem Kröning" und bedeutet ein waldreiches Gebiet. Die Schätze liegen unter der Erde und sind reiche Tonlager mit hervorragender Güte. An dem Flüsschen Bina entstanden 1301 erste Hafneranwesen, im Jahr 1428 besaßen die Kröninger Hafner schon eine Handwerksordnung. Insgesamt gab es dort 120 Töpferanwesen, die ihre selbst hergestellten Waren ins Umland und bis in weit entfernte Orte lieferten. Wichtige Absatzorte waren die vielen Dulten, bis in die Münchner Gegend, auf denen die Haushaltskeramik verhandelt wurde. Man hat aber Kröniger Waren sogar bis nach Südtirol hinein gefahren, sozusagen als Spezialtransporte mit mehrspännigen Pferdefuhrwerken, die Bauern aus der Umgebung durchführten.
Der Keramikerort Bödldorf, in der Nähe von Vilsbiburg, wurde vom Denkmalamt unter Ensembleschutz gestellt und konnte so erhalten bleiben. Diese Töpfer bauten ihre Häuser gezielt über den Lagerstätten des blaugrauen Tons, der in bis zu vier Meter tiefen Linsen unter der Oberfläche zu finden ist.
Die Arbeitszeit der Keramiker dauerte von 6 bis 16 Uhr, wobei ein Geselle fünf Dutzend, also 60 Stück einfache Gefäße geformt hat, ausgenommen beispielsweise kunstvolle Durchbrucharbeiten oder Vexierkrüge. Der Referent selber hat sich noch mit den letzten, heute verstorbenen Keramikern über das Handwerk und die Handwerksordnung untererhalten und so viel über frühere Abläufe erfahren.
Besondere Befunde kamen bei Grabungen in einem Hafneranwesen in Kleinbettenrain zum Vorschein, das zur Vorbereitung auf die Translozierung in ein Museumsdorf gründlich archäologisch untersucht wurde. Dort fanden sich im Boden und in die Wand eingemauert sogenanrite "Nachgeburtstöpfe" . Aber nicht nur Gefäße haben die Kröninger Keramiker hergestellt, auch Tabakspfeifen, Brotstempel oder Geldtöpfe. Außergewöhnlich sind die vielen Tonköpfe, Hände oder Füße, die als Votivgaben in Kirchen gegeben wurden.
In seinem Vortrag berichtete der Vilsbiburger Museumschef über die Funde der Grabungen, die Ausstellungen und auch die Arbeit des Heimatvereins Vilsbiburg, dessen Mitglieder all diese interessanten Befunde erst ermöglicht haben. LZ v. 07.12.2009
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