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15 Jahre lebendiges Museum Vereinsmitglieder und Ehrengäste feierten 15. Jubiläum des Museums Adlhoch-Haus
Das Heimatmuseum AdlhochHaus in Altdorf ist 15 Jahre alt geworden. Unter der Leitung von Monika Weigl hat sich das Museum zu einer überregional geschätzten kulturellen Institution mit einem vielfältigen museumspädagogischen Programm entwickelt. Mit einer Festveranstaltung wurde das Jubiläum im Altdorfer Bürgersaal gefeiert. Den Festvortrag hielt Dr. Wolfgang David, Leiter des kelten römer museums Manching. Stimmungsvolle Musik gab es vom Jugendblasorchester Altdorf.
Die Festredner der Jubiläumsfeie: Regierungsvizepräsidentin Monika Weinl, der 1. Vorsitzende der Altdorfer Heimat- und Museumsvereins Hans Seid I, Museumsleiterin Monika Weigl, Altdorfs Bürgermeister Franz Kainz, der Leiter des kelten römer Museums Manching Dr. Wolfgang David, stellvertretende Landrätin Christi Engelhard.
- Museumsleiterin Monika Weigl ging auf die 15-jährige Erfolgsgeschichte des Museums Adlhoch-Haus ein und zeigte dazu Fotos.
In etwa 80 Gäste übermittelten Museumsleiterin . Monika Weigl, dem Altdorfer Heimat- und Musemsverein und allen ehrenamtlichen Helfern ihre Glückwünsche. Altdorfs Bürgermeister Franz Kainz begrüßte zunächst die Gäste, die zum großen Erfolg des Museums beigetragen haben, an erster Stelle Museumsleiterin Monika Weigl und ihr Team, die Vertreter des Heimatund Museumsvereins - hiervon besonders die Vorstandschaft mit der Ehrenvorsitzenden Ida Forster und den drei Vorsitzenden Hans Seidl, Anton Paukner und Ludwig Abstreiter -, und den Heimatbuchautor und Ehrenbürger Ernst Gruß.
Landrätin Christel Engelhard, selbst Gründungsmitglied des Heimat- und Museumsvereins, dankte in ihrem Grußwort allen, die dazu beitragen, dass das Museum nicht nur bei den Einheimischen beliebt ist, sondern auch weit über die Grenzen Bayerns hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad im archäologischen Bereich hat. Regierungsvizepräsidentin Monika Weinl bedankte sich dafür, dass sie immer wieder am Museumsleben teilnehmen darf: "Das Museum lebt. Das weiß jeder, der einmal gesehen hat, wie Kinder in Steinzeitkleidung Getreide mahlen, Brotfladen backen oder in mühevoller Kleinarbeit Speerspitzen herstellen. "
Hans Seidl, Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins, vermittelte in einer Präsentation einen Eindruck von den zahlreichen heimatpflegerischen Aktivitäten des Vereins im Museum, wie Ausstellungen zur Heimatkunde, Brotbacken, Veranstaltungen zur experimentellen Archäologie und das traditionelle Weinfest. Als Dankgeschenk überreichte er Museumsleiterin Monika Weigl einen Essensgutschein, Ehrenvorsitzende Ida Forster überreichte Blumen.
Monika Weigl ging auf die Gründungsgeschichte und die Entwicklung des Adlhoch-Hauses ein. 1989 verstarben die damaligen Inhaberinnen Anna und Katharina Adlhoch ohne Nachkommen. Architekt Professor Otto Bauer, die damaligen Bürgermeister Franz Leneis und Franz Wilhelm und die Familie Brix, die ein Zimmer im Dachgeschoss bewohnte, setzten sich für einen Ankauf des Hauses durch die Gemeinde ein. 1995 wurde der Heimat- und Museumsverein Altdorf gegründet, im April 1996 konnte Bürgermeister Franz Wilhelm einen Teil des Museums eröffnen - die Geburtsstunde des Adlhoch-Hauses Altdorf. 1996 besuchte die erste Grundschulklasse das Museum, mittlerweile haben insgesamt 27000 Kinder aus nah und fern am von Monika Weigl konzipierten museumspädagogischen Programm zu den Epochen Jungsteinzeit, Kelten, Römer, Mittelalter und zum Thema "Leben im Bauernhaus wie zu Großmutters Zeiten" teilgenommen.
Viel getan hat sich über die Jahre im Museum. Es wurde ein Steinzeitfilm gedreht, ein Steinzeitfest lockte zahlreiche Gäste an, Museumsführer und Museumspublikationen wurden herausgegeben. Die Kochexperimente der Schmankerlkäche wurden in zwei Kochbüchern festgehalten. Es wurde das Historische Forum Altdorf - eine überregional renommierte wissenschaftliche Vortragsreihe - ins Leben gerufen, und im ehemaligen Weinkeller des Museums befindet sich heute die Abteilung mit den archäologischen Zeugnissen Altdorfs, um deren Erforschung sich vor allem die Archäologen Dr. Rainer Christlein und sein Nachfolger Dr. Bernd Engelhardt sowie Werner Hübner durch seine engagierten Feldforschungen verdient gemacht haben.
Dr. Wolfgang David, Archäologe und Leiter des kelten römer museums Manching, erläuterte die Bedeutung Altdorfs und seiner Umgebung für die Archäologie aus überregionaler Sicht. Immer wieder besuche er mit Kollegen die archäologische Abteilung des Adlhoch-Hauses, da die archäologische Landschaft der Region voller überregionaler Besonderheiten sei. Die Funddichte lasse sich vor allem auf einen Standortvorteil zurückführen - zur Zeit der Römer führte eine wichtige Südstraße von Italien nach Regensburg, dem bedeutendsten Truppenstandort des damaligen römischen Bayern, durch die Region von Altdorf.
Als Beispiel für den Reichtum an Funden und Fundstellen der Umgebung griff er archäologische Zeugnisse der Bronzezeit, also ungefähr aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus; heraus. So wurde zum Beispiel vor 20 Jahren in Ergolding ein sogenannter Vollgriffdolch entdeckt. Derartige Stücke fanden europaweit von Italien bis nach Skandinavien Verbreitung, in Süddeutschland sind- sie im Vergleich dazu selten. Aus einer Keramikgrube bei Altdorf stammt eine Füßchenschale, die ebenfalls von weitläufigen Kontakten zeugt. In derselben Grube fand sich eine Bronzenadel, wie sie vor allem im Osten entlang der Donau und im Karpatenbecken getragen wurde. Wie viele andere bronzezeitlichen Funde der Gegend weist sie auf Beziehungen der damals hier lebenden Bevölkerung zu östlichen Gebieten hin. In Altdorf, einer archäologischen Vorzugsregion, kämen ein rühriger Verein, ein aktives Museum und aktives bürgerliches Engagement zusammen, so dass archäologische Hinterlassenschaften auch für die Fachwelt erkennbar gemacht würden. Die Besonderheit der Region erfordere aber auch eine intensive Forschungstätigkeit. Die Archäologie sei ein wichtiger Standortfaktor für Altdorf, die Gemeinde werde durch die lebendige Museumsarbeit verstärkt wahrgenommen.
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