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Marktgemeinde Altdorf

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Band

Das Neue kam aus Ungarn
Kleines Gefäß lässt Archäologen aufhorchen

Im Jahr 1996 ist in Altdorf, Ortsteil Kleinfeld bei großflächigen archäologischen Untersuchungen die von LuftbiJdern bekannte Viereckschanze teilweise ausgegraben worden. Neben einfachen Keramikgefäßen stellte der Keramikrestaurator aus gelbbraunen Scherben einen unverzierten quadratischen Becher mit kleinen Ösen an den Ecken wieder her.

Gefäss aus UngarnDie ungewöhnliche viereckige Form legte bisher Kulturkontakte nach Norditalien nahe, denn von dort sind ähnliche Gefäße bekannt. Auf Anregung von Museumsleiterin Monika Weigl untersuchte die Archäologin Barbara Limmer den Fund und kam zu einem ganz und gar überraschenden Ergebnis.

Rund 870 Kilometer sind zurückzulegen, bis man in die Heimat derjenigen Bauern kommt, von denen dieses ungewöhnliche Gefäß stammt, nämlich nach Ungarn. Dort liegt heute noch, nur wenige Kilometer neben Tokaj, ein kleiner Ort . namens Bodrogkeresztur, nach dem die Bodrogkeresztur-Kultur benannt worden ist. Wegen reicher Kupfer- und Goldfunde in dortigen Gräbern wird sie zu den herausragenden frühmetallzeitlichen Kulturen Europas gezählt. Seltene Fundstücke belegen weitreichende Beziehungen in alle Himmelsrichtungen und stellen somit diese Kultur als Bindeglied auch nach Mitteleuropa dar. Es bedarf noch weiterer Forschungen, um herauszubekommen, wie dieses Gefäß nach Altdorf kam.

Da (wie oben erwähnt) in der Nähe auch ein Kupfermeißelchen ausgegraben wurde, könnte mit viel Phantasie ein weitgereister Händler einem vermögenden Altdorfer den Topf mit Kupferwerkzeug gegen etwas ebenso wertvolles Hiesiges eingetauscht haben. Damit wirft man so aus archäologischen Kreisen wieder einmal einen Blick auf Altdorf, wo schon viele einzigartige Gegenstände aus uralter Zeit entdeckt wurden, welche weitreichende, ungeahnte frühe Handelsgeflechte und -zentren erahnen lassen.
LZ v. 23.01.2010