Alle Beiträge von Museum Altdorf

Wochenblatt | 11.05.2016

Eröffnung zweier neuer Ausstellungen im Museum Altdorf

Nach einer längeren Umbauphase werden am morgigen Donnerstag im Museum Altdorf gleich zwei neue Ausstellungen eröffnet. Die neukonzipierte archäologische Dauerausstellung trägt den Titel „Innovationen in der Urgeschichte“ und befasst sich mit den Neuerungen, die in den letzten 7.500 Jahren das Leben der Menschen gravierend verändert haben. Warum wurden die Menschen sesshaft? Wie verändert der Gebrauch von Metall die Gesellschaft? Wie entsteht eine neue kulturelle Identität? Diesen und weiteren Fragen geht die neue archäologische Dauerausstellung nach und veranschaulicht den Wandel im Leben der Menschen von der Steinzeit bis in das Frühmittelalter am reichen archäologischen Fundmaterial aus Altdorf. Dabei werden neue Funde ausgestellt und auch einige Ergebnisse der zahlreichen archäologischen Ausgrabungen der letzten 30 Jahre in Altdorf aufgezeigt. So zeigt die Ausstellung unter anderem als bisher ältesten Nachweis einer Tasse in Mitteeuropa einen Fund aus Altdorf, aus der Zeit um 5.200 v. Chr. Der Henkel als Innovation setzte sich nicht durch und geriet in Vergessenheit. Erst 1.400 Jahre später treten Gefäße mit Henkeln regelmäßig auf. Auch der älteste Nachweis von Metall im Landkreis Landshut stammt aus Altdorf.

Zeitgleich wird auch die Sonderausstellung „ Rätsel Kosbacher Altar“ eröffnet, die hauptsächlich von Studierenden der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg konzipiert wurde und vom 12.05.2016 – 30.10.2016 im Museum Altdorf zu sehen sein wird. Die Geschichte des Kosbacher Altars beginnt mit der Entdeckung einiger eisenzeitlicher Grabhügel bei Erlangen am Anfang des 20. Jahrhunderts. Neben einem der Hügel traf der Entdecker auf eine kleine rechteckige Steinsetzung mit niedrigen Pfeilern an den Ecken und in der Mitte. Für diese prägte er den Begriff „Kosbacher Altar“. In der Wissenschaft ist die Interpretation des Befundes auch nach über 100 Jahren noch umstritten, vor allem aus dem Grund, dass es keine Vergleiche in Mitteleuropa gibt. Auch wenn das Rätsel des sogenannten „Kosbacher Altars“ im Rahmen der Vorbereitungen zur Ausstellung nicht gelöst werden konnte, endet der Rundgang – augenzwinkernd – mit einem Blick auf den wirklichen Kosbacher Altar. Wochenblatt | 11.05.2016 weiterlesen

Landshuter Zeitung, 27.04.2016

Altdorfs Ur- und Frühgeschichte im Zeitraffer

Amira Adaileh erläuterte beim „offenen Museums-Sonntag“ die neue archäologische Ausstellung

Altdorf: Die Ur- und Frühgeschichte Altdorfs hat die Museumsleiterin Amira Adaileh in der neuen archäologischen Dauerausstellung im Gewölbekeller des Museums verarbeitet. Am „offenen Museums-Sonntag“ hat sie nun diese Schau den Besuchern bereits vorab vorgestellt. Die offizielle Eröffnung wird aber erst am 12.Mai sein, erklärte die engagierte Leiterin gegenüber an der Heimatgeschichte interessierten Besuchern.

Der Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins, Hans Seidl, brachte seine Freude darüber zum Ausdruck,  nun einen sanierten und restaurierten Gewölbekeller vorzufinden und dort zugleich wieder eine ansehnliche Dauerausstellung zu haben. „Ich würde mich  freuen, wenn später möglichst viele Mitbürger durch ihren Besuch ihr Interesse an dieser neuen Ausstellung und für das Museum zeigen würden“, wünscht sich der Hobby-Archivar.

Durch die neue Ausstellung führte anschließend Amira Adaileh. Dabei spannte sie einen großen Bogen von der „Linienbandkultur“ (5500 v. Chr.) bis zu dem letzten Bajuwarenherzog „Tassilo III.“, den der Frankenkönig „Karl der Große“ im Jahre 788 abgesetzt hat. Mit der „Linienbandkultur“ ist mit Ackerbau und Viehzucht treibenden Zuwanderern aus dem mittleren Donauraum hier angekommen, so die Museumsleiterin. Die ersten Siedlungsspuren dieser neuen Kultur lassen sich auch in Altdorf nachweisen. Das Vorhandensein der darauf folgenden „Münchshofener Kultur“ (4600 v. Chr.) ist bei mehreren Orten in Altdorf belegt.  Diese Kulturepoche hatte zwar keine geregelte Bestattungssitte, aber Bestattungen mit Sonderbehandlung der Toten, erklärte Amira Adaileh. Landshuter Zeitung, 27.04.2016 weiterlesen